Portrait

Johannes Zander Vision und Tat

 

Als der Firmengründer Johannes Zander im Jahr 1927 die Firma "Joh. Zander - Bau- und Industrieklempnerei, Schweißerei, Sanitäre Anlagen" gründete, legte er in den Werkstätten in der Reinholdstraße im Harburger Phoenix-Viertel bei Hamburg den Grundstein für einen heute leistungsfähigen Systemlieferanten für Zulieferer der Automobilindustrie im Bereich Schlauchsysteme.

Johannes Zander führte die Firma in den frühen Jahren durch die Zeit der Weltwirtschaftskrise und des zweiten Weltkrieges. Ziel und Motto war, die Firma zu erhalten, neue Geschäftsfelder zu erschließen und ein Familienunternehmen aufzubauen. Erste Aufträge ergeben sich aus der Anfertigung von sanitären Hausanlagen und der Reparatur von Dachrinnen und Entwässerungen. Welche Vorzüge das handwerkliche Können und die meisterlichen Dienste mit sich brachten, hat besonders die improvisations- und entbehrungsreiche Zeit der dreißiger Jahre gezeigt. Das Angebot an Dienstleistungen reichte vom Bau von Blecheimern (nach dem 2. Weltkrieg) bis hin zur Reparatur von Heizkesseln, damals als Kesselflickerei bezeichnet. Heute würden wir für die Art und Weise der Firmenführung in diesen frühen Jahren den Begriff "alte Schule" verwenden. Es war jedoch mehr als das.

Diese Zeit war von der Zusammenarbeit mit der "Harburger Gummiwaren Fabrik" heute "Contitech MGW" GmbH geprägt. Für diese wurden Entlüftungen, Absauganlagen, Alurahmen, Schornsteinverkleidungen, Heizungen und Dachrinnen gefertigt. Die Aufträge besorgte der Meister persönlich und zu Fuß.


Über die Zeit des zweiten Weltkrieges hinweg, in der auch Teile der Werkstatt durch die Bombenangriffe auf Hamburg zerstört wurden, wurde jeder mögliche Auftrag angenommen, um das Unternehmen über die Runden zu bringen. Ab 1948 entstand der Neubau des Betriebes in Harburg.

So schwierig diese Zeit auf der Suche nach Aufträgen begann, wandelte sie sich in der Zeit des Wirtschaftswunders. Bedingt durch den Wiederaufbau boomten viele, besonders handwerkliche Wirtschaftsbereiche, und Wochenendarbeit war keine Seltenheit.

Zum Stil der "alten Schule" gehörte beispielsweise auch die bevorzugte Behandlung von Stammkunden, denen mitunter auch mal monatliche Ratenzahlung gewährt wurde.

Durch die Entwicklung von Formschläuchen für Automobile waren auch Werkzeuge notwendig, um diese herzustellen. 1962 begann die Firma "Johannes Zander" mit einer anfänglich bescheidenen Anzahl von Mitarbeitern, Krümmerdorne herzustellen. Dieser Begriff und die Art und Weise der Herstellung hat sich im Wesentlichen zu heute nicht verändert.

 

Nach dem Tod von Johannes Zander am 01.11.1973 führte dessen zweite Frau Adele die Firma eigenverantwortlich. Nach ihrem Tod 1981 erbte Elsa Lindemann als einziges Kind die Firma. Elsa Lindemann hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen, sich auf das Pensionärsleben vorzubereiten. Nun nahm sie die Herausforderung an, das Familienunternehmen in die dritte Generation zu führen. Dazu belegte sie zahlreiche Kurse an der Handwerkskammer und erwarb sich insbesondere in der Belegschaft Respekt und Bewunderung mit der Gründung der Zander GmbH im Jahr 1983. Die neuen Einflüsse der modernen Betriebswirtschaft hinterließen ihre Spuren, beispielsweise mit dem Wegfall der bis dahin üblichen, freitäglichen Übergabe der Lohntüten und Umstellung auf bargeldlosen Zahlungsverkehr und das Angebot einer Direktversicherung für die Beschäftigten.

 

Elsa Lindemann war von 1981 bis 1983 Inhaberin der Einzelfirma und von 1983 bis 1998 alleinige Gesellschafterin der Zander GmbH.

Um ihre Kinder stärker an das Geschäft zu binden und sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen zu können, übergab sie einige Anteile noch zu Lebzeiten an diese. So konnte sie mit ansehen, wie ihre Kinder Claudia und Peter Lindemann den Familienbetrieb nunmehr in der dritten Generation führen. Elsa Lindemann starb am 03.05.2011.

 

Mit der Gründung eines Betriebsteiles in Thüringen im Jahr 1996 ist das Traditionsunternehmen auf die Erfordernisse nach der deutschen Wiedervereinigung eingegangen. Dabei stellte sich der Standort in Waltershausen als durchweg positiv für die Firmenentwicklung dar. Die starke Abnahme an Auftragsvolumen am Stammsitz in Harburg führte dazu, dass im Jahre 2003 dieser geschlossen wurde und der Hauptsitz seit dem in Waltershausen ist. Bedingt durch die konjunkturelle Nachfrage wurde der Bereich Modellbau ebenfalls in einen weiteren Betriebsteil ausgelagert. Die Wirtschaftslage entwickelte sich in der Art, dass es an diesen beiden Standorten zu einer sehr guten Auftragslage in den Bereichen Modellbau, Formbau und Vorrichtungsbau kam. Selbst die Wirtschaftskrise von 2008/09 wurde durch Verbesserung der Prozesse und Kurzarbeit gut überwunden. 

 

Heute, zum 85. Firmenjubiläum blicken wir in Hochachtung auf die Leistungen von Johannes Zander und Elsa Lindemann zurück und erwartungsvoll auf die Zukunft eines innovativen Unternehmens.

Zander GmbH - Projektierte Str. 13 - 99880 Waltershausen - Tel. +49 (0)3622 903872 - Fax +49 (0)3622 903877
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